6.8.09
Standort: 40°13 N und 005°25 O
Besegelung: Motor
Wind: 3kn aus W
Kurs: 244 Grad
Zurückgelegte Strecke: 165 Meilen
Distanz bis Menorca: 55 Meilen
Anstatt in Stintino landeten wir von Bonifacio aus in Castelsardo, einem Fischerörtchen an Sardiniens Nordküste. Der Wind kam genau von vorn und wir hätten noch bis Mitternacht aufkreuzen müssen, um Stintino ganz an der Westecke Nordsardiniens zu erreichen. Da kam uns gegen fünf Uhr nachtmittags die Marina in Castelsardo genau recht. Wir konnten in dem netten Ort, der auf einem Berg gelegen ist etwas essen gehen und hatten eine ruhige Nacht oder zwei. Der Ort gefiel uns nämlich so gut, dass wir noch einen Tag dranhängten, uns noch etwas umsahen und unsere Ankerwinsch reparierten. Die hatte bei unserem morgentlichen Ankeraufmanöver in Bonifacio den Geist aufgegeben. An unserem Anker hing nämlich eine andere Kette plus Anker von Yachten, die nach uns kamen und ihr Geschirr über unseres warfen. Das ganze Gewicht schaffte unsere elektrische Winsch anscheinend nicht und als wir uns befreit hatten sagte sie keinen Pieps mehr. Aber mit etwas Geduld und WD40 kriegten wir sie in Castelsardo wieder in Gang.
Nun befinden wir uns gerade mitten auf dem Mittelmeer zwischen Italien und Spanien. Morgen werden wir auf Menorca ankommen und heute nacht unseren Längengrad kreuzen, von dem aus wir gestartet sind. Damit sind wir dann offiziell einmal rum!
Das Wetter ist sonnig und heiß und der Wind hat uns komplett im Stich gelassen. Bis auf drei Stunden segeln mussten wir die ganze Zeit motoren. Aber das ist besser als noch zum Schluss in einen Sturm zu kommen! Der Verkehr hält sich auch in Grenzen. Bis auf zwei Frachter, zwei Fähren, zwei Motoryachten und einige Segler haben wir in den letzten zwei Tagen nichts gesehen.
Aufregend wurde es heute aus einem anderem Grund. Mittags entdeckte Marc, dass unsere Lichtmaschine ungewöhnlich hoch lud und überprüfte unsere drei Batterien. Eine davon war richtig heiß und anscheinend defekt. Schnell löste er sie von dem Stromkreislauf und nun laden wir jetzt nur noch mit zwei Batterien, was aber kein Problem ist. Das hätte uns noch gefehlt, wenn wenige Seemeilen vor Vollendung unserer Reise die Batterie explodiert wäre und unser Schiff Feuer gefangen hätte.
Naja, da hatten wir mal wieder Glück und nun hoffen wir auf eine letzte ruhige Nachtwache, bevor wir morgen auf Menorca einlaufen.
Svenja
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